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Ein Plädoyer für Bodenarbeit! Fünf Argumente für den Einsatz von Bodenarbeit (von Steffi Gottschalk)

Bodenarbeit ist eine Konstante in jeder guten Pferdeausbildung – und zwar unabhängig von der Reitweise. Sie ist – um nur zwei Beispiele zu nennen – sowohl in der klassisch-kalifornischen Vaquero-Ausbildung als auch in der klassischen Dressur zu finden. Warum Bodenarbeit eine gute Sache für Mensch und Pferd ist, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

von Steffi Gottschalk

In meiner täglichen Arbeit als Trainerin begegnet es mir sehr häufig, dass Bodenarbeit ausschließlich mit der Westernreitweise und dem Thema „Horsemanship“ in Verbindung gebracht wird. Warum das so ist? Ich weiß es ich nicht! Denn: Bodenarbeit ist eine Konstante in jeder guten Pferdeausbildung – und zwar unabhängig von der Reitweise. Sie ist – um nur zwei Beispiele zu nennen – sowohl in der klassisch-kalifornischen Vaquero-Ausbildung als auch in der klassischen Dressur zu finden.

 

Warum sollte jeder Reiter vom Boden aus mit seinem Pferd arbeiten? 

Nachfolgend möchte ich fünf für mich entscheidende Gründe aufzählen, warum Bodenarbeit für Mensch und Pferd eine gute Sache ist:

  1. Bodenarbeit ist gut für den Muskelaufbau und die Gymnastizierung des Pferdes.

    Um das Reitergewicht tragen zu können, müssen Pferde bestimmte Muskeln stärken und ihren Bewegungsablauf schulen. Dies lässt sich effektiv, systematisch und für das Pferd verständlich an der Hand erarbeiten. Einige für diesen Zweck besonders geeignete Lektionen an der Hand sind: Schulterherein, Weichen der Hinterhand, Übergänge oder Tempowechsel innerhalb der Gangarten. Ein weiterer klarer Vorteil, diese Elemente am Boden zu schulen: Junge Pferde (oder beispielsweise auch Rekonvaleszenten) können die Lektionen erarbeiten, ohne dass sie zusätzlich das Reitergewicht balancieren müssen.
    Weiter im Training fortgeschrittene Pferde finden in der Arbeit an der Hand Abwechslung und Lektionen können verfeinert werden. Und „ganz nebenbei“ wird bei der Bodenarbeit stets der Pferdekörper wirkungsvoll gymnastiziert. 
     
  2. Bodenarbeit verbessert die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. 

    Junge Pferde üben und automatisieren an der Hand Bewegungsabfolgen und lernen, die unterschiedlichen Signale zu interpretieren. Zum Beispiel: Ein Impuls von links bedeutet „weichen nach rechts“, ein Impuls von vorne bedeutet „weichen nach hinten“. Werden diese Signale am Boden erarbeitet, ist eine gute Basis für die Verständigung aus dem Sattel gelegt. 

  3. Bodenarbeit schult das Auge und das Gefühl des Reiters. 

    Während des Reitens sollten Mensch und Pferd sich über eine gute Kommunikation – sprich: feine Hilfen – verständigen. Steht der Reiter zur Abwechslung in der Bahn neben seinem Pferd, kann er einen weiteren Blickwinkel schulen. Der Reiter sieht die Bewegungsabläufe und die Mimik des Pferdes. Er kann beispielsweise beobachten, auf welcher Hand das Pferd Schwierigkeiten hat, sein Hinterbein unter den Schwerpunkt zu setzen oder in welche Richtung es dem Pferd leichter fällt sich zu biegen. Ebenso kann er sehen, wo das Pferd sich mit seiner Mimik unwillig zeigt, welche Lektionen ihm physisch oder psychisch offensichtlich noch schwerfallen. Der Mensch bekommt die Chance, sein Pferd durch die Bodenarbeit noch besser kennenzulernen, was sich wiederum positiv auf das Einfühlungsvermögen beim Reiten auswirken kann.

  4. Bodenarbeit regelt die Mensch-Pferd-Beziehung.

    Der Mensch kommuniziert über Körpersprache mit dem Pferd. Mittels des Körpers wird Raum genommen oder Raum gewährt. Darauf reagiert das Pferd, ebenso wie in der natürlichen Pferdeherde. Fragen, die während der Bodenarbeit geklärt werden, sind: Wer bewegt wen: Wer ist derjenige, der Raum nimmt und wer gewährt Raum? Wer bestimmt das Tempo und die Richtung? (Als Tipp: Der Mensch sollte der sein, der bewegt – nicht der, der bewegt wird ;)) Lässt sich das Pferd vom Menschen willig und fein vom Boden aus leiten, ist ein weiterer wichtiger Grundstein im Zusammensein mit dem Pferd gelegt: eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der das Pferd den Menschen als seinen Partner anerkennt. 

  5. Bodenarbeit eignet sich für jede Jahreszeit.

    Gerade die für die Gymnastizierung so wichtigen Seitengänge sind auch im Winter auf Reitplätzen, die nicht zum schnellen Galopp einladen, möglich. Bodenarbeit kann vielfältig, spontan und ohne große Vorbereitung im Stall- und Trainingsalltag eingesetzt werden: Beim Spaziergang im Gelände, auf einem beliebigen freien Platz oder wenn die Zeit beim Menschen knapp bemessen ist (das Putzen und Satteln kann auch zu Gunsten der Zeit für Bodenarbeit entfallen). Bei der Bodenarbeit reicht häufig auch eine kurze, intensive Einheit von 10 Minuten, ohne dass man mit einem schlechten Gewissen nach Hause fährt.  

 

Für mich ist Bodenarbeit ein grundsätzlicher Bestandteil in der Arbeit mit den Pferden. Und es ist ein Bestandteil, der mir sehr viel Freude bereitet! Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Beitrag ein wenig neugierig machen und darin bestärken, die Bodenarbeit auszuprobieren, auszubauen oder weiterzuführen. Was ist eure Meinung zum Thema? Ich freue mich über Kommentare und Meinungen!

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Unsere Gastautorin: Steffi Gottschalk  

Steffi, 36, ist freiberufliche, reitweisenübergreifende Reitlehrerin und Trainerin sowie gelernte Pferdewirtin. Neben individuellem Reitunterricht bietet sie ein- bis mehrtägige Reitkurse zu verschiedenen Themen an. Das Ziel ihrer Arbeit ist es, Mensch und Pferd zu einer gemeinsamen, feinen Kommunikation zu verhelfen – vom Boden ebenso wie aus dem Sattel. Steffi ist in Nordrhein-Westfalen bei Lemgo Zuhause und besitzt einen Haflinger-Lewitzer-Mix namens „Kenny“. 

Mehr über Steffi erfahrt ihr auf ihrer Homepage unter www.steffi-horsemanship.de

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